Wieviel Pixel sollen es sein?
In der Anfangszeit der Digitalfotografie waren die erstellten Digitalfotos ihren analogen Kollegen noch klar unterlegen, zu gering war die Auflösung der Kamerachips, zu schlecht der Gesamtbildeindruck. Doch diese Zeiten sind längst Vergangenheit, hinter uns liegt ein jahrelanges Wettrennen der Hersteller um die meisten Megapixel. Selbst Kompaktkameras sind inzwischen bei 10 Megapixel Auflösung und mehr angekommen. Eine noch weitere Erhöhung aus Marketinggründen ist aus technischer Sicht nicht erforderlich. Bilder mit 10 Millionen Pixeln oder mehr lassen sich auch in großen Formaten (Poster o.Ä.) entwickeln, ohne dass der Schärfeeindruck leidet.
Erst langsam setzt sich jedoch auch im Bewusstsein der Käufer durch, dass die reine Pixelzahl nicht das Entscheidende ist. Sicherlich lässt sich dieser Wert einfach und leicht vergleichen, für die Qualität einer Digitalkamera spielt das verwendete Objektiv mindestens eine ebenso große Rolle. Bei Digicam News, in Spiegelreflexkamera Test und Fachzeitschriften wird daher mit speziellen Testbildern mittlerweile immer die effektive Auflösung gemessen.
Die effektive, tatsächliche Auflösung ergibt sich erst aus dem Zusammenspiel von Objektiv und Bildsensor. Problem dabei: bei den in Digitalkameras in der Regel verbauten Kompaktbildsensoren bleibt für den einzelnen Bildpunkt nur noch eine sehr kleine Fläche übrig (< 2 µm). In Kombination mit üblichen Blendeneinstellungen kann ein Lichtpunkt kein einzelnes Pixel mehr treffen, sondern belichtet stets mehrere. Die physikalische Grenze des technisch Sinnvollen ist hier also bereits erreicht. Nur bei größeren Spiegelreflexkameras mit entsprechende größerem Bildchip hat eine weitere Anhebung der Pixelzahl unter Auflösungsgesichtspunkten noch Sinn.